Bernstein

Ein aus fossilem Baumharz bestehender Schmuckstein mit klarer bis milchiger undurchsichtigen gelben Farbe. Die Mohrshärte beträgt 2 – 2,5 und ist somit gering. Der wissenschaftliche Name ist Succinit. Der älteste datierte Bernstein ist über 300 Millionen Jahre alt.
Bernstein wurde schon vor über 6000 Jahren von den Ägyptern für Schmuck, Amulette und Skulpturen verwendet. Eines der berühmtesten Kunstgegenstände ist das russische Bernsteinzimmer um das sich viele Legenden drehen.
Im Bernstein können Einschlüsse (Inklusen) von kleinen Tieren (Mücken, Spinnen) oder Pflanzenteilen enthalten sein. Die eingeschlossenen Partikel und Tiere konnten so Millionen von Jahren erhalten bleiben. Derartige Einschlüsse steigern den Wert des Schmucksteins und sind für die Wissenschaft sehr interessant.
Eine besondere Eigenschaft des Bernsteins ist seine Brennbarkeit, die ihm seinen alten deutschen Namen einbrachte: Börnesteen. Eine weitere Besonderheit ist die statische Elektrizität, die er bei Reibung erzeugt.
Von Bernstein sind über 80 Arten und Varianten bekannt, die sich nach Farbe, Herkunftsort, Alter oder Form unterscheiden. Neben dem Naturbernstein gibt es einige nachträglich veränderte Handelsorten. Beim klargekochtem Bernstein werden trübe oder mit Luftblasen durchsetzte Stücke in Öl oder Sand erhitzt und der Stein wird so klar und durchsichtig oder in der Farbe verändert. Beim 1870 in Königsberg erfundenen Pressbernstein werden kleine Stücke unter Druck und Temperatur gepresst. Durch Variation von Druck und Temperatur können verschiedene Farbvarianten erzeugt werden. Bernstein kann leicht angezündet werden und brennt mit einer harzig riechenden gelben Flamme, die stark rußt. Er ist auch als Räucherstoff geeignet. Bernstein ist nur ein wenig schwerer als Wasser und kann im gesättigten Salzwasser schwimmen. Bernstein wird bei 170-200 Grad weich, hat aber keinen Schmelzpunkt und wird nicht flüssig. Bernstein kommt weltweit vor.
Wichtige Fundstätten sind Russland (Kaliningrad), Polen, Ostsee, Ungarn, Frankreich, Spanien, Österreich, England, Ost- und Westafrika, Madagaskar, Kanada, Dominikanische Republik, USA (New Jersey), Libanon, Jordanien, Myanmar (Burma), Neuseeland, Indonesien (Borneo), Japan. An der Ostsee wird wie seit tausenden von Jahren auch heute noch Bernstein am Strand gesammelt und durch Bernsteinfischer mit Netzen aus der Brandung „geangelt“.
Welche Pflanze den Bernstein (Succinit) erzeugte ist bis heute nicht eindeutig bewiesen. Es wird eine bereits ausgestorbene Nadelbaumart vermutet.
Dokumente aus dem Mittelalter belegen eine Verwendung als Heilmittel gegen Blasenfunktionsstörungen, Magenbeschwerden und gegen die Pest. Auch heute noch werden Bernsteinpräparate in der Naturheilkunde eingesetzt.
Matter und stumpf gewordener Bernstein bekommt mit einer Politur mit Möbelwachs seinen Glanz zurück. Kratzer können mit sehr feinem Schleifpapier (1000er Körnung) raus geschliffen werden. Auf ein mit Spiritus benetzten Baumwoll- oder Leinentuch wird Schlämmkreide verteilt und der Schmuckstein damit poliert. Im letzten Arbeitsschritt wird das Schmuckstück mit einem Lederlappen (Fensterleder) nachpoliert. In Verbindung von Sauerstoff, Licht, Hitze und Feuchtigkeit verwittert der Bernstein. Die vollkommene Verwitterung dauert aber einige hunderte Jahre. In 3000 Jahre alten Gräbern wurde Bernsteinschmuck gefunden, der fast vollständig zersetzt war. Lagern Sie den Schmuckstein trocken, kühl und dunkel. Ein Stück Tafelkreide ins Schmuckkästchen gelegt sorgt für ein trockenes Klima. Reinigen Sie den Stein regelmäßig mit warmem Wasser. Setzen Sie den Bernstein keinem lang anhaltenden direkten Sonnenlicht aus. Vermeiden Sie Kontakt mit Parfüm, Haarspray, Putzmitteln, Seife oder chemischen Mitteln.
Es sind immer wieder Fälschungen aus Kunstharzen im Umlauf, die oft schwer zu erkennen sind. Um eine Echtheitsprüfung durchzuführen sind verschiedene Methoden bekannt. Nehmen Sie eine glühende Nadel oder Metallstift und ziehen sie mit leichtem Druck über den Stein. Es sollte sich eine Rille bilden und die berührte Stelle dickflüssig werden. Aufsteigende Dämpfe sollten harzig, weihrauchartig riechen. Bernstein hat eine geringe Dichte (leicht) und versinkt im Süßwasser und schwimmt im Salzwasser. Testen Sie die statische Aufladung. Reiben Sie den Stein an einem Stück Wolle. Papierschnipsel und Fusel sollten angezogen werden. Eine eher wissenschaftliche Methode, um die Echtheit zu prüfen, ist die Fluoreszenzmikroskopie. Hierbei wird das reflektierte UV-Licht betrachtet. Bernstein strahlt weiß-blau. Gegen Glas, Porzellan, oder die Zähne geschlagener Bernstein erzeugt einen dumpfen, weichen Ton. Dies gilt zwar auch für Kunststoffe, aber Glas und Feuerstein kann ausgeschlossen werden. 95% der geförderten Naturbernsteine sind trüb, milchig. Nachträglich durch Ölkochen oder im heißen Sand veränderter Bernstein ist nur sehr schwer nachweisbar. Bei der Handelsbezeichnung „Echter Bernstein“ handelt es sich nicht um Naturbernstein. Es kann sich auch um Pressbernstein handeln, bestehend aus Granulat und Reststücken .
Es ist nicht möglich, wie in dem Film „Jurassic Park“ beschrieben, DNA aus in Bernstein eingeschlossenen Tieren zu gewinnen. Von den organischen Stoffen ist nichts mehr vorhanden. Das, was wir im Bernstein sehen, ist nur der Abdruck des eingeschlossenen Objekts.

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