La Gomera – Palmhonig Miel de Palma

Palmhonig wird aus dem eingekochten Saft der Honigpalme (Jubaea chilensis), der Kokosnusspalme (Cocos nucifera) oder der Dattelpalme hergestellt.

La Gomera ist die Palmeninsel der Kanaren. Es gibt einen großen Bestand Kanarischer Dattelpalmen (Phoenix canariensis). Dattelpalmen werden seit dem 16. Jahrhundert in La Gomera kultiviert. Die Kanarische Dattelpalme ist seit 1999 das Wahrzeichen von La Gomera.

Um den Palmensaft (el guarapo) zu ernten steigt der “Guarapero” in die Krone der Palme. Die obersten Palmwedel werden abgesägt, so dass an der Spitze der Palme eine flache Stelle entsteht, in der sich der austretende Palmensaft sammeln kann. Ein Rohrstock oder Schlauch wird so befestigt, dass der Palmensaft in einen Behälter abfließen kann. Die Schnittstelle wird während der Erntezeit (3-4 Monate) täglich abgeschabt. Der Anschnitt erfolgt abends. Über Nacht fließen bis zu 15 Liter aus einer kraftvollen Dattelpalme. Sonnenlicht würde den Palmensaft verderben und so werden die Behälter morgens eingesammelt. Um den begehrten Palmhonig (Miel de Palma) zu erhalten, wird der Palmensaft in großen Kesseln eingekocht und reduziert. 10 Liter frischer Palmsaft ergeben in etwa 1,5 Liter Palmhonig. Der Palmhonig hat eine dunkelbraune Farbe, ist etwas flüssiger als Bienenhonig und hat ein würzig-süßen-herben Geschmack. Durch den hohen natürlichen Zuckergehalt ist Palmhonig sehr lange haltbar und reift bei dunkler kühler Lagerung. Bewirtschaftete Dattelpalmen erkennt man auch an einem Metallstreifen der unterhalb der Krone befestigt ist. Das Metallband soll Ratten davon abhalten die Schnittstelle zu erreichen und sich am süßen Palmensaft zu laben. Der natürliche Palmhonig wird auch bei Entzündungen im Hals und bei Erkältungen empfohlen. Eine neue Bedrohung stellen die Rüsselkäfer dar, die schon große Bestände asiatischer Kokosnusspalmen vernichtet haben. Palmhonig eignet sich als Zuckerersatz für Süßspeisen, frische Früchte oder als Getränk mit Wasser vermischt.

Laut einer Verordnung des EU-Parlament darf die Bezeichnung “Miel de Palma” (Palmhonig) nicht weiter genutzt werden. Die Bezeichnung “Honig” darf nur für Produkte die von Bienen hergestellt werden verwendet werden.
Als Ausgleich darf der spanische Gen-Pollen-Honig ungekennzeichnet vertrieben werden.
Palmhonig Rezepte:

Gofio amasado con miel de palma

Gofio ist eine kanarisches Getreidegericht und besteht aus gerösteter Gerste oder Maiskörner, die zu Mehl gemahlen wurden. Weiterhin enthält es Hülsenfrüchte und Pflanzensamen.

Zutaten:
300g Gofio
125 ml Palmhonig
100g geraspelte oder gehackte Mandeln
100g Rosinen
150g Ziegenkäse
etwas Ziegenmilch
Schale einer Zitrone

Zubereitung:
Den Gofio, Zitronenschale, Mandeln und Rosinen in einer Schüssel miteinander vermischen. Ziegenkäse, Palmhonig und etwas Ziegenmilch hinzufügen und gut miteinander verkneten. Zu einem Leib formen und in Scheiben schneiden.
Leche asada con miel de palma

Gebackene Ziegenmilch mit Palmhonig überbacken.

Zutaten:
1 Liter Ziegenmilch
250g Zucker
6 Eier
Schale einer Zitrone
2 Stangen Zimt
Salz

Zubereitung:
Eiweiß vom Eigelb trennen und das Eiweiß zu einem festen Schaum schlagen. Den Zucker in die Ziegenmilch geben und das Eigelb unterrühren. Den Eischnee unterheben und die Zitronenschale und Zimt (im Mörser zerrieben) hinzugeben. Eine Auflaufform fetten und die Masse einfüllen. Im Backofen bei 180 Grad eine halbe Stunde backen bis eine puddingartige Masse entstanden ist und die Oberfläche eine leichte Bräunung aufweist. Die Leche Asada erkalten lassen und mit Palmhonig übergießen.
Plantanos con miel de palm

Nachspeise mit gebackener Banane mit Palmhonig.

Zutaten(1 Person):
1-2 kanarische Bananen
2 EL Palmhonig
Zimt
Öl zum anbraten

Die geschälten Bananen im heißen Fett langsam anbraten. Wenn die Bananen weich und von beiden Seiten braun sind, die Hitze reduzieren, etwas Palmhonig in die Pfanne geben und kurz erhitzen. Die Bananen auf einem Teller anrichten und mit dem Sud übergießen. Noch etwas kalten Palmhonig über die Früchte geben und mit Zimt bestreuen.

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