Royal Blue Tiger Garnele OE (Caridina mariae „Royal Blue“ orange eye)

Die Royal Blue Tiger Garnele ist eine deutsche Hochzucht in der die deckende Färbung der schwarzen Tigergarnele und das Blau der dunkel-blauen Tigergarnele vereint wurden. Die bei Tigergarnelen typischen Streifen sind nicht mehr sichtbar. Die Schwarze und die Dunkel-Blaue Tigergarnele entstanden aus der Zucht der Wildform, die aus chinesischen Bachläufen stammt. Die Royal Blue Tiger Garnele gehört zur Familie der Caridina. Sie wurde bis 2014 zusammen mit den Bienengarnelen unter der Bezeichnung cantonensis geführt. Durch umfangreiche genetische und morphologische (Anatomie, Eidonomie, Zellstrukturen) Untersuchungen durch Thomas von Rintelen und Werner Klotz wurden die Tigergarnelen 2014 als eigene Art bestimmt. Als wissenschaftlicher Name wurde Caridina mariae gewählt. Den Namen „Tiger“ hat die Garnele auf Grund der fünf Streifen erhalten, die über den Körper der Wildform verlaufen.

Unterschied Geschlechter: Das Royal Blue Tiger Weibchen ist mit bis zu 3,5 cm größer als das Männchen. Die Weibchen haben einen gerundeten Bauch. Die Garnelenmännchen haben eine eher längliche Form. Der von Neocaridina bekannte Sattelfleck im Nacken der Weibchen ist auf Grund der vollflächig deckenden Färbung der Zwerggarnele nicht sichtbar.

Haltung: Um die Keimzahl gering zu halten ist ein wöchentlicher Wasserwechsel von mindestens 30 % zu empfehlen. Wichtig ist auch eine gute Filterung des Aquarium Wassers. In der Garnelenhaltung werden häufig Hamburger Mattenfilter (HMF) eingesetzt. Durch die große Oberfläche des Filterschwamms wird eine gute Filterleistung erreicht. Garnelen nutzen die Filterschwämme als Weidegründe, da sich hier Bakterien ansiedeln. Filtermatten mit einer Dichte von 45 ppi verhindern das Babygarnelen eingesaugt werden können. Die Hamburger Mattenfilter sind günstig in der Anschaffung und Unterhalt. Sie können mit einfachen Mitteln selbst gebaut werden. Die HMF werden meist mit Lufthebern und einer Luftpumpe betrieben.  Wichtig ist eine gute Bewegung der Wasseroberfläche. Hier wird der nötige Sauerstoff ausgetauscht.

Reichlich Pflanzen im Garnelenbecken sind sehr hilfreich um das Wasser mit Sauerstoff anzureichern und um ausreichend Versteckmöglichkeiten zu bieten. Tigergarnelen stammen ursprünglich aus schnellfließenden Bergbächen. Mitunter finden auch Oxidatoren Verwendung, die Sauerstoff ins Aquarium Wasser bringen.

Besonders tragende Garnelenweibchen, kleine Gruppen und junge Tiere sind dankbar für entsprechende Rückzugsmöglichkeiten. Wurzeln, Steine und im Handel angebotene Garnelenhöhlen erfüllen ihren Zweck.

Zucht: Anfänglich waren die Tigergarnelen sehr empfindlich. Durch langjährige Auswahlzucht durch Hobbyzüchter konnten die Stämme stabilisiert werden und sind einfacher in der Haltung. Bei der weiteren Vermehrung sollten Tiere, die nicht die gewünschte Färbung haben aus dem Zuchtstamm entfernt werden. Es können sehr Dunkle bis Schwarze, nicht vollflächig gefärbte oder Garnelen mit kleinen Fehlern auftreten. Ab einem Alter von 3 Monaten sind die Weibchen geschlechtsreif und können 20-40 Eier tragen. Frisch geschlüpfte Garnelen haben keine große Reichweite und benötigen daher ausreichend Futter in ihrer direkten Umgebung. Eine Zugabe von Staubfutter (z.B. Spirulina) erhöht die Überlebensrate.

Orange Eye: Eine Besonderheit der Tigergarnelen sind die Orange gefärbten Augen. Besonders im Kontrast zur  dunkel-blauen Körperfärbung ein Hingucker. Der Tigergarnele fehlt, wie bei Albinos, ein Pigment zur Färbung der Augen. Die Tigergarnele ist nicht blind, aber kann nicht gut sehen. Im Gegensatz zu anderen Garnelen nimmt sie ihre Umgebung nur schemenhaft war. In ihren Bewegungsmöglichkeiten ist sie hierdurch nicht eingeschränkt und lässt gerne den „Tiger“ raus.

Futter: In guter asiatischer Tradition ist die Royal Blue Tiger Garnele rund um die Uhr aktiv und sucht nach Futter. Garnelen fressen Algen und den Biofilm der auf allen Gegenständen wachst. Es ist eine gute Idee zumindest die  Rückscheibe nicht zu reinigen, so dass sich ein Biofilm bilden kann. Sie bevorzugen pflanzliche Kost in Form sich zersetzender Blätter. Exotische Blätter wie Seemandelbaumblätter, Moringa,  Maulbeerblätter oder heimische Pflanzen wie Brennesel, Walnussbaum, Eichen oder Buchenblätter werden dem Garnelenbecken hinzugefügt. Dünne Blätter wie Brennesel oder Maulbeerbaumblätter sind für die Garnelen sofort verfügbar und können gefressen werden. Dickblättrige Pflanzen (z.B. Seemandelbaumblätter, Eichenblätter) brauchen im Garnelenaquarium bis zu vierzehn Tage bis sie als Futter dienen kann. Auf Blättern bildet sich auch schnell ein Bakterien- und Algenfilm der von den Tigergarnelen abgeweidet wird. Weiterhin sind im Handel weitere Naturprodukte in Form von Sticks erhältlich die aus Paprika (soll die Rotfärbung bei Neocaridina z.B. Red Fire unterstützen), Brennesel und Spinat (reich an Mineralien und Vitaminen), Spitzwegerich (antibiotische und entzündungshemmende Heilpflanze), Sonnenhut (Echinacea) und Walnuss Blätter (hoher Mineralgehalt). Spirulina in feiner Pulverform ist ein gutes Futter für Jungtiere.

Das feine Pulver verteilt im ganzen Garnelenaquarium und kann von den kleinen Garnelen gut gefressen werden. Auch Blütenpollen (Bienenpollen) sind ein bei Garnelen beliebtes Naturfutter das auch für Junggarnelen verfügbar ist. Getrocknete Hokkaido Kürbis Chips sind ein hochwertiges Langzeitfutter, das auch Schnecken lieben. Aber auch proteinreiches Futter kommt im Speiseplan der Garnelen vor. Gefriergetrocknete Artemia oder Mückenlaven sorgen für gutes Wachstum. Da sich die Garnele im Wachstum häufig häutet ist eine ausreichende Versorgung mit Mineralien wichtig. Mit einer wöchentlichen Gabe von Montmorillonit (Mineral) in Pulverform wird einer Unterversorgung vorgebeugt. Eine Messerspitze auf 50 Liter nach dem Wasserwechsel oder zusammen mit einem Staubfutter oder Bakterienfutter mit Wasser angerührt. Futterschalen sorgen für die nötige Hygiene so dass kein Futter in den Bodengrund absinken kann. Nicht verspeistes Futter sollte entfernt werden. Die Gesellschaft von Schnecken beugt einer Überfütterung vor und die Futterreste werden entfernt. Ein abwechslungsreicher Speiseplan verhindert Mangelerscheinungen. Ein bis zwei Diät Tage pro Woche sind durchaus zuträglich. Eine zu reichliche Fütterung ist nicht gut für die Zwerggarnelen und die Wasserqualität leidet.

 

Steckbrief:

Wissenschaftlicher Name: Caridina mariae,  bis 2014 Caridina cf. cantonensis vat. Royal Blue Tiger

Gebrauchsname: Royal Blue Tiger OE, Dunkelblaue Tiger Garnele,

Herkunft: Deutsche Hochzuchtform Kreuzung aus Black Tiger und blauer Tigergarnele, Wildform stammt aus Südchina.

Farbgebung: vollflächig dunkelblaue Färbung mit orange gefärbten Augen (Orange Eye OE), trächtige Weibchen haben mitunter einen metallisch rot-braunen  Schleicher auf dem Rückenbereich. Je nach Lichteinfall schimmern RBT royal bis dunkelblau.

Größe: 3-3,5 cm Männchen sind kleiner

Haltung:

Temperatur: 21-25 Grad

Wasserwerte: pH 5,5 – 7,5

GH 4 – 16

KH 0 – 8

 

Literaturhinweise:

Süßwassergarnelen aus aller Welt, Andreas Karge/Werner Klotz, Dähne Verlag

Caradina Fachzeitschrift, Dähne Verlag

Garnelen-Fibel, Carsten Logemann, Dähne Verlag

Wirbellose, Chris Lukhaup/Reinhard Pekny, Dähne Verlag

Ihr Hobby Garnelen, Michael Wolfinger, Bede Verlag