Silberschmuck

Silberschmuck

Silber ist ein hervorragender Werkstoff für die Anfertigung von Schmuck. Silber ist ein Edelmetall mit dem chemischen Elementzeichen Ag. Das Elementarsymbol wird vom lateinischen „Argentum“ abgeleitet. Das Besondere am Silber ist, das es ein leicht formbares, weiches Metall mit einer hohen thermischen und elektronischen Leitfähigkeit. Auf Grund der guten Formbarkeit ist es für Silberschmuck bestens geeignet. Der Begriff „Silber“ wird in Europa von dem germanischen Ursprung „Silubra“ und von dem indogermanischen Wort „Arg“ abgeleitet. Argentinien erhielt seinen Namen nach dem chemischen Element auf Grund seiner Silbervorkommen. Erste Hinweise für die Verwendung von Silberschmuck beziehen sich auf die Zeit um 5000 vor Christus. Silberschmuck wurde schon sehr früh von Ägyptern, Römern, Goten, Griechen und Assyrern für die Schmuckfertigung verwendet. In einigen Epochen war Silber wertvoller als Gold. Die alten Ägypter verehrten Silber als Metall des Mondes. Im Spätmittelalter (ca. 1490) befand sich das größte Silberbergwerk im österreichischen Schwaz. Das Silber- und Kupferbergwerk kann heute noch besichtigt werden. Im 16. Jahrhundert brachten die Spanier Silber aus Südamerika nach Europa und Japan lieferte große Mengen Silber, was den weltweiten Silberpreis unter Druck brachte. Nach 1800 wurde überwiegend Gold zur Münzprägung verwendet und Silber wurde immer seltener als Währungsmetall eingesetzt. Als ab 1920 immer mehr Silbergebrauchgegenstände durch Edelstahl abgelöst wurden verlor Silber immer mehr an Bedeutung. Auch in heutiger Zeit ist ein Rückgang bei der Verwendung von Silber zu beobachten. Auf Grund des stark steigenden Silberpreises wird Silberschmuck vermehrt durch Edelstahl oder Zinkdruckguss bei der Modeschmuckfertigung ersetzt. Silber wird aber zunehmend, auf Grund seiner Leitfähigkeit, für elektronische Bereiche wie Chips und Solarzellenfertigung eingesetzt. Ein weiterer neuer Einsatzbereich von Silber ist die Bekämpfung von Mikroben und Viren. Hierbei wird feinster Silberstaub Kunststoffen beigemischt z.B. für die Fertigung von Türgriffen. Silber ist ein seltenes Metall und kommt ca. 700 mal seltener als Kupfer und ca. 20 mal öfter als Gold vor und somit hat Silberschmuck immer einen bleibenden Wert. Das natürliche Vorkommen beläuft sich meist in Form von kleinen Körnern. Weltweit sind ungefähr 4300 Fundorte bekannt. Die größten Silberlieferanten befinden sich in Südamerika mit Mexiko, USA und Kanada, in Asien mit China, in Australien und in Europa mit Polen. In diesen Ländern wird entsprechend auch Silberschmuck gefertigt. 1/5 des Silbers wird aus Silbererzen gewonnen. Ein weiter Teil fällt als Nebenprodukt bei Bleierzen und Kupfererzen an. Silber ist ein glänzendes Edelmetall, das bei einer Temperatur von 961 Grad schmilzt. Silber gehört wie alle Edelmetalle zu den Schwermetallen. Es hat einen metallischen Glanz und reflektiert das sichtbare Licht zu über 99 Prozent und ist somit ein hervorragender Werkstoff für Silberschmuck. Auf Grund seiner Dehnbarkeit und Weichheit (Mohshärte 2,5-4) wird es gerne für Schmuck verwendet. Silberoberflächen laufen mit der Zeit schwarz an, da der in der Luft enthaltene Schwefelwasserstoff eine Silbersulfidschicht bildet. Silber kann nicht nur für Silberschmuck sondern auch im medizinischen Bereich eingesetzt werden. Silberionen haben die Eigenschaft Bakterien abzutöten. Zur oralen Einnahme als Antibiotikum ist es umstritten und es gibt keine Studien zur Wirksamkeit. Der Silberpreis wird seit dem 17. Jahrhundert am London Bullion Markt ermittelt. Der Einsatz als Zahlungsmittel war früher eine der wichtigsten Verwendungen, neben dem Einsatz als Werdanlage. Auch Silberschmuck ist eine gute Wertanlage. Silber ist ein wichtiger Werkstoff für die Herstellung von Schmuck und wird für wertgeständige Gebrauchsgegenstände verwendet. Der Silbergehalt eines Schmuckstückes kann anhand einer Punze, den Feingehaltsstempel abgelesen werden. Bei den Olympischen Spielen belegt Silber die ersten beiden Plätze, da die Goldmedaille ebenfalls aus Silber besteht und nur vergoldet wurde. Für die Silberschmuck Produktion wird Silber legiert um es härter zu machen. Feinsilber wäre für Schmuck zu weich und würde sich beim Gebrauch verformen. Die häufigste Silberlegierung wird mit Kupfer verarbeitet und der Feingehalt in Tausendstel angegeben. Marktübliche Legierungen sind 800 und 925 tausendstel Teile Feinsilber. 925er Silber wird auch als Sterlingsilber gezeichnet. Neusilber (oder auch Alpacca) enthält kein Silber und ist eine unedle Metalllegierung aus Kupfer, Nickel und Zink. Die Handelsbezeichnung „Tibetsilber“ enthielt ursprünglich 25% Silber. Der Begriff wird mittlerweile aber auch für silberfreie Legierungen verwendet.

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